Logo Stadt PüttlingenDie Köllertalstadt

Am Samstag, den 27.11.2021, wurde in der Stadt Püttlingen wieder der Tag des Baumes begangen. Schon seit dem Jahr 1952 feiert man in Deutschland am 25. April den Baum des Jahres und ruft sich damit die hohe Bedeutung der Bäume für Mensch, Natur und Wirtschaft ins Bewusstsein. In Püttlingen hat man die traditionelle Pflanzaktion schon seit einigen Jahren aufgrund der besseren Pflanzzeit in den Herbst verlegt, was Sinn macht, da die Bäume über die Herbst- und Winterzeit besser anwachsen können. 

Die traditionelle Mitmachaktion des Runden Tischs Landschaft der Stadt Püttlingen musste letztes Jahr leider abgesagt werden, den Vereinen konnte aber zumindest Pflanzmaterial (v.a. Obstbäume, Sträucher) für ihre eigenen Naturschutzprojekte zur Verfügung gestellt werden. Auch in diesem Jahr fand die Aktion nicht wie gewohnt statt - aufgrund der sich unerwartet schnell zuspitzenden Corona-Situation musste der gesellige Part der Veranstaltung (symbolische Pflanzung des Baums des Jahres im Kreise aller Helferinnen und Helfer sowie der anschließende Imbiss) kurzfristig doch noch abgesagt werden.

Nichtdestotrotz haben sich auch in diesem Jahr zahlreiche Helferinnen und Helfer – unter Einhaltung der geltenden Hygienevorschriften - an der Pflanzaktion beteiligt. Die Vereine, die auch in diesem Jahr wieder mit kostenlosem Pflanzmaterial versorgt wurden, pflanzten Bäume in ihren eigenen Projektgebieten. Der Natur- und Vogelschutzverein Köllerbach pflanzte Bäume in der Sellerbacher Humes, der Natur- und Vogelschutzverein Püttlingen pflanzte Bäume im Mühlengrund. Der NABU Köllertal ergänzte seine Obstwiese auf Breitfeld und der Obst- und Gartenbauverein Köllerbach pflanzte Bäume im Uhrmachers Garten sowie auf einer städtischen Streuobstwiese in Verlängerung der Strassersbergstraße. Weitere Mitglieder der Püttlinger Naturschutz-, Bienen- und Obst- und Gartenbauvereine sowie die städtischen Naturschutzbeauftragten engagierten sich mit großer Tatkraft bei den Pflanzungen auf städtischen Grünanlagen. Hier wurde in diesem Jahr der Schwerpunkt auf das Umfeld der Martinskirche in Köllerbach sowie auf den Friedhof Köllerbach gelegt. An der Martinskirche mussten im vergangenen Winter sowie kürzlich zahlreiche Bäume aus Verkehrssicherheitsgründen gefällt werden (u.a. Eschentriebsterben, Brandkrustenpilz, Trockenschäden an Birken). Die Bäume wurden nun durch Neupflanzungen ersetzt. Auf dem Friedhof Köllerbach wurden dieses Jahr große Felder, die nicht mehr belegt sind, eingeebnet und neu angelegt. Hier werden ebenfalls 14 Bäume neu gepflanzt.
Im Stadtgebiet von Püttlingen wurden am Samstag insgesamt über 50 Bäume sowie einige Sträucher gepflanzt. Dies waren neben Obstbäumen z.B. Stechpalme, Winterlinde, Feldahorn, Blutpflaume, Amberbaum, Trauerweide, Tulpenbaum, Himalaya-Birke, Bienenbaum, Kornelkirsche und Feuerdorn. Da gerade auch im innerstädtischen Bereich viele Bäume infolge des Klimawandels zunehmend Not leiden, müssen hier „neue“ Arten ausprobiert werden, welche nach derzeitigem Wissensstand mit den neuen Bedingungen gut zurechtkommen.

Die eigentliche Pflanzaktion wurde mit der symbolischen Pflanzung einer Stechpalme als Baum des Jahres 2021 an der Martinskirche beendet. Die Pflanzung wurde in sehr kleinem Kreis von Frau Bürgermeisterin Denise Klein gemeinsam mit dem Pfarrer Prof. Dr. Joachim Conrad vorgenommen. Frau Klein sprach Grußworte und bedankte sich bei den Helferinnen und Helfern für ihr großes Engagement. Ihr Dank galt weiterhin dem Regionalverband Saarbrücken, der die Aktion bereits über viele Jahre unterstützt und auch in diesem Jahr wieder die Hälfte der Kosten für das Pflanzmaterial übernimmt. Frau Klein hob weiterhin die Bedeutung der Baumpflanzaktion für die Umwelt hervor. Jährlich wird so von den Vereinen gemeinsam mit der Stadt Püttlingen ein positives Zeichen für Bäume und Grün in der Stadt gesetzt. 

Dieses Jahr wurde die Stechpalme zum Baum des Jahres erklärt. Die Stechpalme (Ilex aquifolium) ist die einzige einheimische, immergrüne Laubbaumart in Deutschland. Sie besitzt ledrige, glänzende, meist auffällig gezähnte Blätter und im Winter auffällig rote Früchte, die gerne in Adventsgestecken verwendet werden und ein beliebtes Winterfutter für Vögel darstellen. Aufgrund ihrer hohen Schattentoleranz überlebt die Stechpalme in geschlossenen Buchenwäldern und bildet dort gelegentlich einen Bestand im Unterwuchs, der eine Höhe von bis zu 10 m erreicht. Wildexemplare sind allerdings so selten, dass die Art als eine von nur wenigen Baumarten bei uns nach der Bundesartenschutzverordnung streng geschützt ist. Die Blätter der Stechpalme sind aufgrund der Blattrandzähne gut gegen Verbiss geschützt. Weiterhin sind die hartlaubigen Blätter gut an Hitze und Trockenstress angepasst. Die Stechpalme ist gut schnittverträglich und kommt daher auch in Heckenanlagen zum Einsatz, insbesondere in England ist die Art eine beliebte und häufig eingesetzte Heckenpflanze. Das Holz der Baumart ist für feinere Tischler-, Drechsler- und Schnitzarbeiten sehr beliebt.

Eine Bildergalerie mit weiteren Eindrücken der Aktion folgt in Kürze!
 

Am Friedhof in Köllerbach

Symbolische Pflanzung an der Martinskirche