Logo Stadt PüttlingenDie Köllertalstadt

Auch in diesem Jahr gehen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Projektes „Grenzerfahrungen“ wieder auf Entdeckungstour mit dem Mehrgenerationenhaus der Stadt Püttlingen. Dabei führte gleich die erste Tagesfahrt am vergangenen Samstag, den 18.05.2019, sowohl über die französische als auch über die luxemburgische Landesgrenze hinaus.

Dieser Ausflug im Dreiländereck glich geradezu einer Zeitreise: Auf einen Rundgang durch das mittelalterlich wirkende französische Dorf Rodemack mit seinem reichen architektonischen Erbe folgte am Nachmittag ein Besuch der nur wenige Minuten entfernten extravaganten luxemburgischen Kleinstadt Mondorf-les-bains mit einem modernen Thermalbad und dem einzigen Spielcasino Luxemburgs. Trotz schlechter Wetterprognosen, die einen wolkenbehangenen Himmel und leichte Regenschauer vorhersagten, brachen die insgesamt 54 Reisenden bereits am frühen Morgen nach Frankreich auf, um sich durch die Geschichte unserer Nachbarn führen zu lassen. Dabei machte das dank seiner gut erhaltenen mittelalterlichen Substanz auch als „kleines lothringisches Carcassonne“ bezeichnete Dorf Rodemack seiner Auszeichnung als eines der schönsten Dörfer Frankreichs alle Ehre.

Entlang der 700 m langen, fast vollständig erhaltenen Stadtmauer und durch das Siercker Tor, ging es für die Grenzgänger hinein in das Herzstück des Dorfes. In den kleinen Gassen erhielten sie nicht nur Einblicke in das Leben früherer, sondern auch der heutigen Bewohner in den liebevoll restaurierten Häusern des 18. Jahrhunderts. Imposant wirkte vor allem die äußerlich zwar unscheinbare Pfarrkirche Saint-Nicholas, die von innen jedoch mit ihrer reichen barocken Ausstattung, einer Pfeifenorgel und zahlreichen Heiligenstatuen glänzte.

Auf dem eineinhalbstündigen, geführten Spaziergang erfuhren die Reisenden auch, wie der angrenzende Faulbach dank der ehemaligen Gerberei zu seinem Namen kam oder wie der heute rekonstruierte mittelalterliche Garten mit seinen Heil- und Gewürzkräutern sowie Obstbäumen von den Bewohnern und Arbeitern der Destillerie genutzt wurde. Gegen Mittag, gestärkt durch das gewohnt üppige Picknick, fuhr der Bus erneut über die Grenze hinaus in die mondäne luxemburgische Kleinstadt Mondorf-les-Bains. Bei Sonnenschein und milden Temperaturen machte sich die Fußgruppe auf den Weg in den Parc Thermal.

Vorbei an dem Brunnen Maus Kätti, dem alten Thermalbad und dem Luftfahrtmuseum, überraschten die Reisenden an der Orangerie und dem dort neu angelegten französischen Garten sogar eine Hochzeitsgesellschaft. Der Nachmittag wurde genutzt, um die Stadt auf eigene Faust zu erkunden oder gemeinsam in den umliegenden Gaststätten einzukehren und zu plauschen. Von Mondorf-les-Bains aus brachen die Grenzerfahrenen am späten Nachmittag ein letztes Mal auf, um an der Grenze entlang nach Remich zu gelangen. Mit freiem Blick über die Weinberge und auf die Mosel entstand zum Abschluss des Tages ein gemeinsames Gruppenfoto auf dem Scheierbierg. Und wer hätte das gedacht: Während im heimatlichen Püttlingen die erwarteten Schauer niedergingen, verbrachten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Projektes Grenzerfahrungen einen regenfreien und zeitweise sonnigen Tag im benachbarten Frankreich und Luxemburg.